Gemeinsam stark

PatientInnen & Angehörige

Hier möchte ich Ihnen nach und nach einen Leitfaden und eine umfangreiche Linksammlung zur Verfügung stellen, die Ihnen als betroffene Personen im Umgang mit psychologischen oder psychiatrischen Herausforderungen helfen soll. Betroffene sind für mich meine KlientInnen und ihre Angehörigen gleichermaßen.

Durch gute Information auf beiden Seiten fällt es leichter, sich gegenseitig ernst zu nehmen sowie den Zusammenhalt wachsen zu lassen bzw. weiter zu stärken, und so zusammen Krisen und Krankheiten besser bewältigen zu können. Zusammenhalt und guter Austausch stellen eine große Ressource dar, die nicht einfach unbeachtet gelassen werden darf. 

 

Ich möchte Sie gerne dabei unterstützen, Ihr Wissen zu erweitern, Verständnis zu fördern und Unsicherheiten im Umgang miteinander abzubauen, damit Sie "gemeinsam stark" werden können. 

 

Ich erhebe keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die Seite wird mit der Zeit mehr und mehr wachsen, ein Anfang ist gemacht.

Themen

Vielleicht sind Sie selbst von einer psychischen Erkrankung betroffen?

Vielleicht waren Sie schon bei einer Speizialistin, haben eine Diagnose und wissen aber nun nicht, wie Sie Ihrer Familie, Freunden und Bekannten begegnen sollen?

Vielleicht kennen Sie auch einen Menschen, der Ihnen am Herzen liegt und Sie machen sich Gedanken, da sein Verhalten Sie besorgt oder verunsichert? 

Was ist dann zu tun? Wie kann ich handeln, ohne jemanden zu verletzen oder zu nahe zu treten?

Meine Erfahrung ist, dass ein offener Umgang und nach Möglichkeit eine klare Kommunikation, bei dem die Betroffenen selbst entscheiden können, wie viel sie Preis geben möchten und auch wie viel Unterstützung sie annehmen und auch geben können, am hilfreichsten ist. 

Vorbereitung auf ein Gespräch innerhalb der Familie oder des Freundeskreises

Es kann förderlich sein, klärende Fragen in einem persönlichen Gespräch, z. B. innerhalb der Familie oder dem Freundeskreis, zu besprechen.

 

Wichtig ist hier, neben einem behutsamen Umgang miteinander, dass die Rahmenbedingungen stimmen:

  1. Nehmen Sie sich ausreichend Zeit für das Gespräch, vereinbaren Sie einen festen Termin - persönlich oder telefonisch. Achten Sie dabei auf einen angemessenen Zeitraum: nicht zu kurz, aber auch nicht zu lang. Denn die Gespräche können intensiv und fordernd sein.

  2. Kündigen Sie bereits an, worüber Sie gerne sprechen möchten und warum das Thema für Sie wichtig ist.  

  3. Wählen Sie einen Ort, an dem Sie und Ihre Gesprächspartner sich wohlfühlen und der für alle gut "besetzt" ist. Achten Sie dabei darauf, dass Sie ein Setting wählen, das die Ernsthaftigkeit - ohne zu streng zu sein - ebenfalls unterstreicht. Der Küchentisch kann zum Beispiel geeigneter sein, als die gemütliche Couch, die eher zum "Chillen" einlädt als zum ernsthaften Zuhören und Austausch. 

  4. Sorgen Sie dafür, dass Sie während des Gesprächs nicht gestört werden. Die Themen sind in der Regel sehr sensibel und vertraulich. Daher ist es wichtig, Handys und andere Störfaktoren nach Möglichkeit bei Seite zu legen. 

  5. Vertraulichkeit und Vertrautheit sind zentral: richten Sie ggf. Getränke oder Kleinigkeiten her, die eine vertrauensvolle Atmosphäre aufkommen lassen. ​

Die oberste Prämisse lautet: Alle Beteiligten sollen sich wohl und angenommen fühlen. Die inneren Barrieren sind oft groß genug, halten Sie daher die äußeren, die gut beeinflussbar sind, so gering wie möglich!

Ihnen die Unsicherheit etwas zu nehmen, finden Sie im folgenden Vorschläge für Fragen, die behutsam ein schwieriges Thema aufgreifen können. 

 

Fragen für PatientInnen:

  • Was genau ist das Problem? Wie äußert es sich momentan und inwiefern beeinträchtigt es mich?

  • Wie schätze ich die Situation selbst ein? Wie geht es mir mit dieser Einschätzung?

  • Wobei brauche ich Hilfe?

  • Wo bestehen Unsicherheiten? Was weiß ich bereits sicher?

  • Wie geht es mir damit und welche Art der Unterstützung würde mir guttun?

  • Was müsste passieren oder gegeben sein, damit es ein wenig leichter werden würde?

  • Was ist für mich besonders schwierig und herausfordernd?

  • Wovor habe ich Angst? Was denke ich, könnte passieren, wenn ich Dir/Euch davon erzähle?

  • Zeigt sich das Problem immer auf die gleiche Weise oder gibt solche und solche Tage?

  • Wie kann ein gemeinsamer Weg aussehen, bei dem alle gesehen werden und alle ihre Stärken einsetzen können?

Fragen für Angehörige und die, die in Sorge sind:

  • Was sind meine Beobachtung ? Warum beunruhigt mich meine Beobachtung?

  • Was konkret fällt mir auf? Was konkret besorgt mich?

  • Warum fällt es mir schwer, dies anzusprechen? Warum tue ich es dennoch? Was ist mein Anliegen?

  • Wie siehst Du das?

  • Wie können wir in Zukunft damit umgehen, wenn ich eine Besorgnis erregende Beobachtung mache, ohne Dich zu verletzen, bloßzustellen oder zu beschämen?

Ich merke, dass es mir nicht gut geht.

Ich merke, Dass Du sehr belastet bist.

Was kann ich tun?

 
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Suchen Sie Kontakt zu Menschen, denen Sie vertrauen schenken.

Psychische Probleme rufen oft Hilflosigkeit und ein eher vermeidendes Verhalten der Umwelt hervor. Hinzu kommt, dass wir uns vielleicht schämen oder selbst denken, reiß Dich zusammen, es ist doch alles nicht so schlimm. Daher behalten wir psychische Probleme zumeist eher für uns. Doch es kann helfen, sich zu öffnen – gegenüber der Partnerin, dem Partner, einem Verwandten oder einer Freundin, einem Freund. Dadurch können Sie sich von dem Gefühl lösen, allein mit der Krankheit bzw. der belastenden Situation zu sein.Wichtig ist dabei immer, so offen und klar wie möglich zu formulieren, wie sich das aktuelle Problem äußert und wobei Sie dabei Hilfe brauchen könnten. Unsicherheiten werden so abgebaut, was wiederum dazu führt, dass Ihre Umwelt die Chance bekommt, aktiv zu werden. ​

Offizielle Leitlinie bei einem Verdacht

Klärung

Was hab´  ich?

Vielleicht haben Sie schon eine erste Verdachtsdiagnose, Ihnen liegt ein Arztbrief vor und Sie wissen nicht, was all das bedeutet, was da so drinsteht? Der medizinische Fachjargon ist oft  unverständlich und lässt uns mit vielen Fragezeichen zurück. Gleichzeitig wissen wir, Patienten, die ihre Befunde verstehen, können ihrer Erkrankung bewusster entgegentreten .

Bei Was hab’ ich? engagieren sich hunderte Mediziner ehrenamtlich, um Patienten beim Verstehen ihrer medizinischen Befunde zu helfen. 

https://washabich.de

Selbsthilfe für PatientInnen und Angehörige

Bundesverband der Angehörigen psychisch erkrankter Menschen e. V.

https://www.bapk.de/der-bapk.html

Oberbayerische Initiative der Angehörigen psychisch Kranker

https://www.oberbayerische-initiative.de/

Krisen­dienste für Menschen in psychi­schen Notla­gen und deren Ange­hö­rige bayern­weit:

0800 655 3000

Bundesverband Psychiatrie-Erfahrender e. V.

Der Verband setzt sich für die Verbesserung der Situation für Menschen mit einer psychiatrischen Erkrankung ein und macht ein umfangreiches Beratungsangebot.

https://bpe-online.de/

Anlaufstellen

Aktionsbündnis für Seelische Gesundheit
http://seelischegesundheit.net

Aktion Psychisch Kranke e.V. (APK)
apk-ev.de

Bayerische Anti-Stigma-Aktion (BASTA)
http://openthedoors.de

Forum für Psychiatrie und Psychotherapie
http://psychiatriegespraech.de

Gesundheitsnetz für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie
https://nervenstark.net

Irre menschlich Hamburg e.V.
http://www.irremenschlich.de

Irrsinnig-Menschlich e.V. Leipzig – Verein für Öffentlichkeitsarbeit in der Psychiatrie
http://irrsinnig-menschlich.de

Psychiatrienetz – Forum für Diskussion und Erfahrungsaustausch
http://www.psychiatrie.de

Psychosoziale Gesundheit von Angst bis Zwang
http://www.psychosoziale-gesundheit.net/

Anlaufstellen

 
Was genau ist eine Depression?

Wir nehmen es oft - zu oft - in den Mund: "Ich bin irgendwie total depressiv." Oder: "Der ist schlecht drauf, der ist depressiv."

Depressiv ist ein Wort, das in unserem Alltag oft  Gebrauch findet. Doch so leicht es Vielen über die Lippen geht, so belastend ist eine depressive Erkrankung für die betroffenen Patientinnen und Patienten.

 

Eine offizielle Definition: Depression ist eine psychische Erkrankung, die sich in zahlreichen Beschwerden äußern kann. Eine anhaltende gedrückte Stimmung, eine Hemmung von Antrieb und Denken, Interessenverlust sowie vielfältige körperliche Symptome, die von Schlaflosigkeit über Appetitstörungen bis hin zu Schmerzzuständen reichen, sind mögliche Anzeichen einer Depression. Die Beschwerden müssen mehr als 2 Wochen anhalten und rufen bei den PatientInnen und deren Angehörigen einen Leidensdruck hervor. Eine depressive Erkrankung hat Auswirkungen auf das Denken, das Fühlen und das Handeln bzw. Verhalten und ist eine ernst zu nehmende Erkrankung, die im Rahmen einer Psychotherapie ggf. kombiniert mit einer medikamentösen Therapie, Behandlung bedarf.

Verschiedene Formen einer Depression

Depressionen lassen hinsichtlich unterschiedlicher Merkmale unterscheiden.

 

Einteilung hinsichtlich der Schweregrade:

  • leichte Depressionen

  • mittelgradige Depressionen 

  • schwere Depressionen, auch „Major Depression“ genannt.

​Welcher Schweregrad vorliegt, lässt sich anhand verschiedener Parameter beurteilen: die Anzahl der vorliegenden Beschwerden, die Intensität der Beschwerden und das Maß, in dem die Depression auch körperliche Beschwerden auslöst.

 

Unterscheidung nach zeitlichem Verlauf: Depressionen lassen sich ebenfalls im Hinblick auf ihr zeitliches Auftreten unterscheiden: 

  • einmalige depressive Episode

  • wiederkehrende (rezidivierende) depressive Störungen

  • eine langanhaltende depressive Verstimmung (Dysthymie) und chronische Depressionen

  • Depressionen in bestimmten Lebenssituationen

Wie oft kommen Depressionen vor?

Depressionen können in jedem Alter und in verschiedenen Lebenssituationen auftreten. 

 

In Deutschland sind aktuell 11,3% der Frauen und 5,1% der Männer an Depressionen  erkrankt. Frauen leiden etwa doppelt so häufig an Depression wie Männer. Insgesamt sind im Laufe eines Jahres 8,2 % der deutschen Bevölkerung erkrankt, das entspricht 5,3 Mio. Menschen. Dies sind die bekannten Fälle, die auch diagnostiziert wurden. Die Dunkelziffer ist sicher signifikant höher.

Weiterführende Links und Anlaufstellen

Stiftung Deutsche Depressionshilfe

Hier finden Sie umfangreiche und gute aufbereitete Informationen für PateintInnen und für Angehörige.

https://www.deutsche-depressionshilfe.de

Patienten-Information.de

Dies ist ein Onlineportal, das auch sehr klar und  in verständlicher Sprache über die Depression als Erkrankng aufklärt und sowohl Ratgeber für PatientInnen und Angehörige anbietet.

https://www.patienten-information.de/uebersicht/depression

Deutsche DepressionsLiga e.V.
Postfach 1151, 71405 Schwaikheim
e-Mail: kontakt@depressionsliga.de
Telefon: 07144 7048950 (Mo., Mi., Fr.: 10–13 Uhr)

https://www.depressionsliga.de

Verein Freunde fürs Leben e.V.

Der Verein klärt über Depression und Suizid auf und wie man Warnzeichen erkennt. Der Verein richtet sich mit der Aufklärung an alle Altersgruppen: Kinder, Jugendlich und Erwachsene. 

Die Website bietet auch einen Selbst-Check an.

https://www.frnd.de/

Depression

 

Dipl. Psych. LISA CAMEN

+ 49 89 2388 5453

+49 171 9200 866

Termine nach Vereinbarung